Mi 13.12.: Diskussion „Stärkung des integrativen Wir-Gefühls“

Wachsende Spannungen innerhalb der türkeistämmigen Communities und im Verhältnis zur Kölner Stadtgesellschaft haben den Kölner Runden Tisch zu dem Projekt: „Dialog und Verständigung zwischen und mit Eingewanderten aus der Türkei‟ veranlasst. Im Juli 2017 beschloss der Rat der Stadt Köln das Projekt zu fördern. Seit September fanden drei Gesprächsrunden statt, in denen sich Experten und Expertinnen ausgetauscht haben. Die Ergebnisse möchten wir in der Abschlussveranstaltung am 13. Dezember mit Ihnen und Gästen diskutieren.

Mittwoch, 13.12.2017 von 17 bis 20 Uhr

Karl Rahner Akademie, Jabachstraße 4-8, 50676 Köln

Im Vordergrund stehen diese drei Themen.

Thema 1 Erfolgreiche Integration / Gescheiterte Integration

Referent: Dr. Wolfgang Uellenberg-van Dawen, Runder Tisch für Integration

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Dr. Agnes Klein, Dezernentin für Bildung, Jugend und Sport

Tayfun Keltek, Vorsitzender des Integrationsrats

Thema 2 Über das kulturelle Gepäck von Migrant_innen

Referent: Dr. Ali Kemal Gün

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Ayse Tekin, Journalistin

Susanna dos Santos, MdL

Thema 3 Religionsverständnis zwischen Folklore und Fundamentalismus

Referent: Bernd Geiß, Runder Tisch für Integration

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Anton Rütten, Abteilungsleiter im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration NRW

Rabeya Müller, Islamwissenschaftlerin

Diskussionsveranstaltung der Kölner Bleiberechtsinitiative am 31. August 2017 um 19 Uhr

Kölner Bleiberechtsinitiative schnell umsetzen – Betroffene brauchen eine sichere Perspektive

Diskussionsveranstaltung im NS Dokumentationszentrum: Donnerstag 31. August 2017 um 19 Uhr

Mit großer Sorge blicken Rom e.V., Kölner Flüchtlingsrat e.V. und der Kölner Runde Tisch für Integration auf die Zahl der Geduldeten in Köln. Mit 5947 hat sie einen neuen Höchststand erreicht. „Die Zahl der durch das BAMF abgelehnten Asylbewerber, die aus humanitären und anderen rechtlichen Gründen hier geduldet sind, steigt. Zugleich müssen immer noch viel zu viele Menschen zu lange mit einer großen rechtlichen Unsicherheit leben. 1601 Menschen warten seit mehr als 5 Jahren auf eine dauerhafte Bleiberechtsentscheidung, 2496 seit mehr als zwei Jahren. Da sich die Duldungsvoraussetzungen verschärfen und die Bundes-und Landespolitik immer mehr auf Abschiebung setzen, herrschen Angst und Unsicherheit unter den Geflüchteten“, kritisiert Claus-Ulrich Prölß, Geschäftsführer des Kölner Flüchtlingsrats e.V.

„Wir sind besonders betroffen von der nach wie vor hohen Zahl der Menschen aus den Westbalkanstaaten, die von dieser Situation betroffen sind. 60 Prozent der Geduldeten kommen aus den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien und aus Albanien, darunter sehr viele Roma“, berichtet Ossi Helling vom Rom e.V. „Ihnen sollte in erster Linie durch die vom Hauptausschuss im Januar 2017 beschlossene Bleiberechtsregelung geholfen werden. Da ist leider bisher zu wenig geschehen. Ein wesentlicher Grund liegt in der hohen Arbeitsbelastung der Beschäftigten der Kölner Ausländerbehörde, die durch die neuen Verschärfungen der Asylgesetzgebung zusätzliche Arbeit bekommen haben.“

„Der Hauptausschuss hat eine großherzige und kluge Entscheidung getroffen, um Menschen, die hier seit Jahren leben, endlich in die Kölner Stadtgesellschaft zu integrieren. Nun darf diese Entscheidung nicht auf die lange Bank geschoben werden. Die Kölner Ausländerbehörde und die Flüchtlingsberatungsstellen müssen gestärkt werden, um die notwendigen Entscheidungen vorzubereiten und zu treffen“, fordert Wolfgang Uellenberg – van Dawen, Sprecher des Kölner Runden Tisch für Integration.

Gemeinsam mit dem NS Dokumentationszentrum laden die Initiatoren der Bleiberechtsinitiative zu einer öffentlichen Diskussion ein, an der als Vertreterin der Ausländerbehörde Frau Christina Boeck mit Ossi Helling und Claus-Ulrich Prölß diskutieren wird.

Fairen Wahlkampf angemahnt – Der Runde Tisch schließt Fairnessabkommen

„Trotz aller Probleme und Versäumnisse der vergangenen Jahre sind die Weichen für die Integration in unserer Gesellschaft gestellt. Einheimische wie Migrantinnen und Migranten engagieren sich für ein gutes Zusammenleben, ein neues Wir auf der Basis der Menschenrechte und der Toleranz und des gegenseitigen Respektes unterschiedlicher Kulturen“, so äußerte sich der Sprecher des Runden Tisches, Dr. Wolfgang Uellenberg – van Dawen, im Vorfeld des Bundesparteitags der AfD.

Um dieses neue Wir vor Anfeindungen zu schützen, hat der Kölner Runde Tisch für den Bundestagswahlkampf 2017 mit den demokratischen Parteien die Verabredung getroffen, nicht auf Kosten von Minderheiten Wahlkampf zu betreiben. SPD, CDU, FDP, Grüne und die Partei Die Linke haben unterzeichnet.

Die Vereinbarung im Wortlaut

FAIRNESS – VEREINBARUNG

für den Wahlkampf zur Bundestagswahl 2017

Die unterzeichnende Partei verpflichtet sich ausdrücklich im Wahlkampf zur Wahl für den Deutschen Bundestag am 24. Sepember 2017 die Vielfalt in unserer Gesellschaft zu achten und sich für gute Lebensbedingungen, Toleranz und ein friedliches Miteinander der Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kulturen und Religionen einzusetzen und daher – auch wenn dies laut ihrem Grundsatzprogramm selbstverständlich ist –

  • nicht auf Kosten von unter uns lebenden Menschen mit Migrationshintergrund Wahlkampf zu betreiben und inhaltlich fair zu bleiben;

  • keine Vorurteile gegen die hier lebenden Migrantinnen, Migranten und Flüchtlinge zu schüren oder in den eigenen Reihen zu dulden;

  • Migrantinnen, Migranten und Flüchtlinge nicht für negative gesellschaftliche Entwicklungen wie Arbeitslosigkeit oder die Gefährdung der Inneren Sicherheit verantwortlich zu machen.

Wir sind mit den Schiedsleuten, Frau Hannelore Bartscherer, Vorsitzende des Katholikenausschusses in der Stadt Köln, und Herrn Stadtsuperintendent Rolf Domning, Evangelischer Kirchenverband Köln und Region, einverstanden und stimmen zu, dass diese zusammen mit dem Kölner Runden Tisch für Integration bei etwaigen Verstößen gegen die Vereinbarung öffentlich einschreiten können.

Der Runde Tisch wird die Fairness-Vereinbarung veröffentlichen und dazu auffordern, Hinweise auf mögliche Verstöße den Schiedspersonen mitzuteilen.

Sollte Ihnen anhand von Wahlplakaten oder Wahlkampfäusserungen ein Verstoß auffallen, bitte, setzen Sie sich mit dem Runden Tisch (info@rundertischkoeln.de) in Verbindung, damit die beiden Schiedsleute – Frau Bartscherer und Herr Domning – den Fall prüfen können.

Siehe auch hier:

einigung-kein-wahlkampf-auf-kosten-von-menschen-mit-migrationshintergrund-28183272

bundestagswahl-demokratische-parteien-unterschreiben-fairness-vereinbarung-28179888

 

 

Friedensmarsch in Köln am 17. Juni 2017

Der kölner Runde Tisch für Integration macht auf den Friedensmarsch aufmerksam und beteiligt sich an dem Aufruf, am Samstag gegen Extremismus, Terrorismus, Krieg und Diktatur zu demonstrieren.

#NichtMitUns – Muslime und Freunde gegen Gewalt und Terror

Paris, Brüssel, Orlando, Berlin, Istanbul, St. Petersburg, Kabul, Manchester, London, immer wieder in Syrien, Israel, im Irak, Jemen, in Pakistan und an anderen Orten dieser Welt: Die Anschläge von Menschen, die sich zur Rechtfertigung ungefragt auf den Islam berufen, häufen sich. Sie erschrecken uns alle – Muslime wie Nicht-Muslime. Wir alle leiden mit den Opfern und ihren Angehörigen – ganz egal zu welcher Religion oder welcher Weltanschauung man sich bekennt.

Lasst uns ein mächtiges Zeichen gegen Gewalt und Terror setzen. Muslime in ganz Deutschland und ihre Freunde rufen zu einem Friedensmarsch am Samstag, den 17. Juni 2017, einen wichtigen Tag in der deutschen Geschichte und einen Tag mitten im Ramadan, auf. Die Demo beginnt um 13 Uhr auf dem Heumarkt mitten in der Kölner Innenstadt.

Der Ramadan ist der heilige Monat im Islam. Ein Monat des Friedens, der Solidarität mit den Armen, der Familie und der guten Nachbarschaft. Perverser Weise nutzen die Terroristen ausgerechnet diese Zeit immer wieder für besonders viele ihrer abscheulichen Taten. Deshalb bietet sich der Monat ganz besonders an, um auf die Straße zu gehen und ihnen aus voller Kehle entgegen zu rufen: „Nicht mit uns!“ „Ihr gehört nicht dazu!“ „Ihr seid nicht wir, und wir sind nicht ihr!“

Lasst uns alle diese wichtige Zeit für Muslime nutzen – ob wir nun gläubig sind oder nicht, ob wir den Islam als Religion mögen oder nicht. Ein Friedensmarsch im Ramadan, initiiert von Muslimen, unterstützt von unterschiedlichen Akteuren der Gesellschaft, wäre ein symbolträchtiges Signal.

Wir lassen es nicht zu, dass Terroristen im Namen des Islams aber auch nicht im Namen anderer Religionen und anderer Ideologien Unschuldige töten und alles beschmutzen, was uns als Menschen im 21. Jahrhundert wichtig ist.

Wir demonstrieren gegen Extremismus, Terrorismus, Krieg und Diktatur.

Wir treten ein für eine solidarische Welt, für Pluralismus innerhalb und außerhalb der Religion, gegen eine Spaltung unserer vielfältigen Gesellschaft in „WIR“ und „IHR“.

Der Widerstand gegen die Terroristen, diese Verbrecher und verblendeten Fanatiker nimmt uns alle in die Pflicht. Aber er nimmt ganz besonders uns Muslime in die Pflicht. Das tut weh! Ja! Doch es ist unser Glaube, der hier missbraucht wird, der hier beschmutzt, beleidigt und bis zur Unkenntlichkeit entstellt wird. Dabei wehren wir Muslime uns schon seit Langem dagegen. Immer wieder haben sich in aller Welt muslimische Geistliche und einfache muslimische Gläubige gegen diese grenzenlose Gewalt ausgesprochen. Eine einfache Google-Recherche fördert zahlreiche Treffer im In- und Ausland zutage. Und trotzdem müssen wir diesen Widerstand gegen den Terror immer wieder aufs Neue bekunden. Denn die Anschläge hören ja nicht auf. Immer mehr Menschen in allen Teilen der Welt sterben und immer wieder verweisen die Täter auf den Islam. Zugleich nutzten manche diese Schreckenstaten, um einen Keil in unsere pluralistische Gesellschaft zu treiben. Aber wir lassen uns nicht spalten.

Wir vergessen hier nicht den Terror von Rechtsradikalen seien sie beim NSU, bei der Gruppe Freital oder anderswo. Wir wollen dieses Mal nur die Aufmerksamkeit auf die andere Seite richten.

Wenn wir Muslime diese Absage an Terror und Gewalt bekunden, tun wir das nicht, um irgendjemandem zu gefallen. Wir tun es nicht, weil wir uns als Muslime von diesen Gewalttätern distanzieren müssten. Um sich zu distanzieren, müsste es vorher eine Nähe zu diesen Verbrechern gegeben haben. Aber wir Muslime haben keine inhaltliche, keine geistige, keine emotionale Nähe zu IS-Terroristen, zu al-Qaida-Kämpfern oder Boko-Haram-Rebellen. Wir lieben unsere Partner ebenso wie andere. Wir lieben unsere Kinder ebenso wie andere. Wir bemühen uns ebenso wie andere um ein auskömmliches Leben in Frieden, Freiheit und Wohlstand. Wir streben ebenso wie andere danach, gute Menschen zu sein. Wenn wir Muslime uns also gegen diese Zivilisations-Zerstörer wenden, die Blut, Leid und Tränen über uns alle bringen, dann tun wir das:

  • weil wir unseren Glauben an Gott schützen
  • weil wir an das friedliche Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen Religionen, unterschiedlichen Weltanschauungen, unterschiedlichen Hautfarben, unterschiedlichen Herkünften glauben
  • weil wir uns nicht von Gewalttätern vereinnahmen lassen
  • weil wir die Freiheit lieben
  • weil wir die Demokratie verteidigen
  • weil wir dem säkularen Rechtsstaat für ein gemeinsames Dasein vertrauen
  • weil wir Rassismus, Antisemitismus, Hass auf sonstige Minderheiten, Diskriminierung und Ausgrenzung bekämpfen
  • weil wir Teil eines großen Ganzen sind, einer Gesellschaft, einer Erde, einem Planten.

Aber alleine können wir viel weniger erreichen, als wenn wir alle gemeinsam zusammenstehen. Muslime machen gerade einmal 5 bis 6 Prozent der deutschen Bevölkerung aus, auch wenn täglich ausführlich in Politik und Medien über uns berichtet wird. Wir sind kaum organisiert. Die meisten Muslime hierzulande stehen für sich, sie gehören keinem Verband an.

Deshalb brauchen wir unsere Freunde. Und daher bitten wir um Unterstützung aus der gesamten Gesellschaft. Wir sollten alle gemeinsam Seite an Seite stehen. Es braucht ein breites, starkes Bündnis von all jenen, die sich für Toleranz, Gleichheit und Brüderlichkeit unter allen Menschen einsetzen. Wir kämpfen doch alle für eine Welt, die unseren Kindern Schutz und eine Heimat bietet, in der diese sich wohlfühlen und in der diese ihre Persönlichkeiten frei entfalten können.

UNTERSTÜTZT UNS! UND UNTERZEICHNET MIT EUREN VEREINEN, INSTITUTIONEN, NETZWERKEN UND PARTEIEN DIESEN AUFRUF!
unterzeichnen@ramadan-friedensmarsch.de

KOMMT AM SAMSTAG, den 17. JUNI 2017, UM 13 UHR ZUM HEUMARKT IN KÖLN!

VERBREITET DIESEN AUFRUF AUF ALLEN PLATTFORMEN!

BRINGT EURE FAMILIE UND NACHBARN MIT!

WIR BITTEN AUF FAHNEN (LÄNDER, PARTEIEN, ORGANISATIONEN) UND POLITISCHE STATEMENTS ZU VERZICHTEN – NUR FRIEDENSBOTSCHAFTEN!

Diese Demonstration ist initiiert und wird organisiert von
Lamya Kaddor (Islamwissenschaftlerin und Publizistin) &
Tarek Mohamad (Filialleiter und muslimischer Friedensaktivist)

Unterzeichnen: unterzeichnen@ramadan-friedensmarsch.de
Pressekontakt: presse@ramadan-friedensmarsch.de

http://www.ramadan-friedensmarsch.de/

 

Inkrafttreten des Fairnessabkommens zum Landtagswahlkampf in NRW

Fairness im täglichen Miteinander in der offenen Gesellschaft darum geht es dem Kölner Runden Tisch. Das gilt auch für den Wettbewerb der Parteien um Wählerstimmen. Zu den anstehenden Landtagswahlen wurde darüber eine Vereinbarung getroffen. SPD, CDU, FDP, Grüne, Linke und die Piraten haben die Selbstverpflichtung unterschrieben, nicht auf Kosten von Minderheiten Wahlkampf zu betreiben und diese auch nicht für Fehlentwicklung in unserer Gesellschaft verantwortlich zu machen.

Wer glaubt, dennoch Verstöße gegen dieses Abkommen zu entdecken, ist aufgefordert, dieses beim Kölner Runden Tisch anzuzeigen. Per Mail an info@rundertischkoeln.de.

Frau Hannelore Bartscherer (Katholikenausschuss in der Stadt Köln) und Herr Rolf Domning (Stadtsuperintendent des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region) werden als Schiedsleute jede Meldung prüfen und eventuelle Verstöße öffentlich ahnden. Die Vorlage des Fairnessabkommens wurde nicht an die AfD geschickt. Der Sprecher des Runden Tisches Dr. Wolfgang Uellenberg – van Dawen führte aus, dass deren Wahlprogramm schon die Grundvoraussetzung, nämlich das gleichwertige und gleichberechtigte Miteinanders aller hier lebenden Menschen unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem Glauben in Frage stelle.

Fairness-Abkommen – 2017 Landtag NW

Der Runde Tisch positioniert sich zu den Protesten am 22. April 2017

Aufruf zu Aktivitäten für eine weltoffene, integrative, demokratische und tolerante Gesellschaft – aus Anlass des AfD Bundesparteitages in Köln

Der Kölner Runde Tisch für Integration ruft dazu auf, am 22. April 2017 friedlich und mit vielfältigen politischen und kulturellen Aktivtäten für eine weltoffene, integrative, demokratische und tolerante Gesellschaft zu demonstrieren. In diesem Sinne unterstützen wir Aktivitäten des Bündnisses „Köln stellt sich quer‟ und seiner Mitgliedsorganisationen.

Die Mehrheit der Menschen in unserer Stadt und in unserem Land stellt sich mit Empathie und Selbstbewusstsein der Herausforderung Geflüchtete Menschen aufzunehmen, sie willkommen zu heißen, ihnen Wege für ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Trotz aller Probleme und Versäumnisse der vergangenen Jahre sind die Weichen für die Integration in unserer Gesellschaft gestellt. Einheimische wie Migrantinnen und Migranten engagieren sich für ein gutes Zusammenleben, ein neues Wir auf der Basis der Menschenrechte und der Toleranz und des gegenseitigen Respektes unterschiedlicher Kulturen.

Wir gemeinsam müssen die Hindernisse und Ausgrenzungen im Bildungssystem, in der Wirtschaft, auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft überwinden, die besonders die gleiche Teilhabe vieler Migrantinnen und Migranten verhindert. Integration und soziale Gerechtigkeit gehören zusammen.

Das Grundsatzprogramm und der Leitantrag zum Wahlprogramm der AfD zeichnen ein Zerrbild der gesellschaftlichen Realität. Geflüchtete, Migrantinnen und Migranten werden verantwortlich gemacht für Kriminalität, Probleme der Sozialversicherung, Mangel an bezahlbaren Wohnungen, gesellschaftlichen Konflikten. Forderungen der AfD nach der Verschärfung des Aufenthaltsrechtes, der Streichung der doppelten Staatsbürgerschaft, der Verschärfung der Regeln für die Einbürgerung, der Rückführung von 200 000 Migrantinnen und Migranten jährlich schädigen nicht nur die Integrationspolitik, sondern auch den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Ihr Angriff auf den Islam ist ein Angriff auf die Religionsfreiheit und damit auf alle Religionsgemeinschaften. Ausgrenzung und Abschottung zerstören das friedliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft.

Dem müssen wir klar und eindeutig entgegentreten mit unseren Argumenten und unserem Handeln.

Dr. Wolfgang Uellenberg – van Dawen

Aufstehen für ein neues Wir – Visionen von einer solidarischen Gesellschaft (Lesung u. Diskussion am 7.3.)

Eine Gesellschaft, in der andere Werte Vorrang vor Humanität haben, kann Burkhard Hose sich nicht vorstellen.
Was also tun? Wohlstand sei wichtig für gesellschaftliche Stabilität, schreibt er, doch kein universeller Wert. Umverteilung sei nötig. Revolutionäre Gedanken?

Der Würzburger Hochschulpfarrer Burkhard Hose hat sich als engagierter Geistlicher mit konstruktiver und humanistischer Kritik an politischen und gesellschaftlichen Prozessen einen angesehenen und bisweilen unbequemen Namen in ganz Bayern gemacht. Seit Jahren setzt er sich für Geflüchtete und Randgruppen ein und ist überzeugt: Nächstenliebe und Zivilcourage machen im Zusammenleben einen Unterschied – bei allen Herausforderungen, aber auch Chancen einer integrierten Gesellschaft.

Wir laden Sie nach einer Lesung aus seinem Buch „Aufstehen für ein neues Wir“ zum Diskutieren ein, gemeinsam mit dem gebürtigen Kölner und ZDF-Moderator Abdul-Ahmad Rashid.

Burkhard Hose, Hochschulpfarrer Abdul-Ahmad Rashid, ZDF-Moderator „Forum am Freitag“

Di, 7. März 17, 19:00 – 20:30h
Forum VHS im Museum am Neumarkt, Cäcilienstraße 29-33
Eintritt frei

Wahl des Sprechergremiums – Engagement für fairen Wahlkampf zur Festigung der Demokratie

Der Kölner Runde Tisch für Integration hat auf einem gut besuchten Plenum am Dienstag den 7. Februar 2017 im Kölner Domforum sein Leitungsgremium neu gewählt

Als Sprecher wiedergewählt wurden Wolfgang Uellenberg – van Dawen, als stellvertretende Sprecherin Hannelore Bartscherer, Vorsitzende des Kölner Katholikenausschusses. Eckart Schubert, Superintendent der ev. Kirche im Ruhestand, der über mehr als ein Jahrzehnt hinweg im Sprechergremium mitgearbeitet hatte, wurde mit Dank und Anerkennung für sein Engagement verabschiedet. Neue stellvertretende Sprecherin wurde Reinhild Widdig, Pfarrerin der Kirchengemeinde Nathanael in Bilderstöckchen.

Schwerpunkt des kommenden Jahres wird das Engagement für einen fairen Wahlkampf sein, der nicht zu Lasten von Geflüchteten und Eingewanderten Menschen gehen darf. „Wie nie zuvor in den letzten Jahrzehnten müssen wir auch in Köln die Demokratie verteidigen. Nicht ihre Institutionen, wohl aber ihre Legitimität wird zunehmend in Frage gestellt. Rassisten spalten die Gesellschaft und diskriminieren Menschen auf Grund ihres Aussehens, ihrer Religion, Kultur oder Herkunft. Rechtsextremisten hetzen gegen die demokratischen Parteien. Dem müssen wir uns mutig entgegenstellen.“ fordert Wolfgang Uellenberg – van Dawen. Wie in den Wahlkämpfen der letzten Jahre wird der Kölner Runde Tisch für Integration den demokratischen Parteien ein Fairness Abkommen vorschlagen, in dem sie sich verpflichten, keinen Wahlkampf zu Lasten von Geflüchteten und Migrantinnen und Migranten zu führen. „Ein fairer Umgang auch mit schwierigen und kontroversen Themen ist Ausdruck lebendiger Demokratie. Das ist eine positive Alternative zur Wahlkampfhetze von ganz rechts außen.“ betont Hannelore Bartscherer.

Wie die für den Landtag kandidierenden Ingrid Hack MdL, SPD, Berivan Aymaz, Grüne und Daniel Schwerd MdL, Linke sich zu den Themen Integration, Migration und Flucht positionieren, war Thema der sich anschließenden Diskussionsrunde. Der Vertreter der CDU musste krankheitshalber absagen.

Veranstaltung: Wahlkampf in Köln – Achtung: Wir sind eine Stadt der Vielfalt!

Am Donnerstag, dem 16. Februar um 17 h im Historischen Rathaus zu Köln laden

Integrationsrat Köln und Landesintegrationsrat NRW zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung ein:

 

„Wahlkampf in Köln – Achtung: Wir sind eine Stadt der Vielfalt!“

Die so genannten ‚postfaktischen Zeiten‘, in denen gefühlte Wahrheiten mehr als Fakten gelten, sind äußerst beunruhigend. Die Zielscheibe der rechtspopulistisch argumentierenden Akteure sind immer wieder Geflüchtete, Migrant*innen und Andersgläubige. Das gesellschaftliche Klima gegenüber Menschen mit Zuwanderungsgeschichte ist merklich rauer und teilweise feindselig geworden, es werden Dinge unwidersprochen in die Welt gesetzt, die vor einem Jahr noch nicht denkbar gewesen wären.

Der Integrationsrat Köln und der Landesintegrationsrat NRW fordern die Stadtgesellschaft deshalb auf, sich klar gegen diese gesellschaftlichen Tendenzen von Diskriminierung und Rassismus zu positionieren und geeignete Strategien auf kommunaler Ebene zu entwickeln und umzusetzen.

Eine besondere Verantwortung haben hierbei die politischen Akteure – insbesondere auch aufgrund der in diesem Jahr bevorstehenden Wahlkämpfe in NRW, denn gerade in Wahlkämpfen sind Zuspitzungen ein beliebtes Instrument der Politik. Diese Zuspitzungen dürfen nicht zu Lasten von Geflüchteten, Migrant*innen und Andersgläubigen gehen.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ (Art. 1.1 des Grundgesetzes) – dies gilt für alle Menschen! Die politische Auseinandersetzung darf gerade auch in Wahlkampfzeiten nicht das Ansehen und die Würde der hier lebenden Migrant*innen beschädigen – hierfür muss alles getan werden!

Auf der Grundlage der Ergebnisse der von Alexander Häusler durchgeführten Ergebnisse der Studie „Rechte Parteien im Wahlkampf in NRW“ soll über Strategien diskutiert werden, wie man rechtspopulistischen Akteuren geeignet gegenüber tritt.

Veranstaltungsflyer – Achtung Wir sind eine Stadt der Vielfalt!